Wirbellosenwelt

 

Gemalter Schwielenwels - Megalechis thoracata

Dieser Zuchtbericht ist derzeit im Aufbau und wird in Kürze mit Bildern vervollständigt.

Aufgrund seines auffälligen brutpflegenden Verhaltens während der Zucht ist der Megalechis thoracata mittlererweile einer meiner Lieblingswelse.

Wissenschaftlicher Name:     Megalechis thoracata
Deutscher Name / Synonyme:    Gemalter Schwielenwels, z. T. als Hoplosternum oder Callichthys Arten geführt
Herkunft:   Südamerika, Amazonas, Orinoco, Gyana, Nord-Brasilien etc.
Endgröße    12 - 14 cm
Temperatur:    ca. 17 - 28 Grad, sehr anpassungsfähig
Zucht:    relativ einfach, sehr produktive Art
                                                                                                                                                                                                               

Haltungsbedingungen, Futter und Wasserwerte:

Bezüglich der Wasserwerte sind die gemalten Schwielenwelse sehr anpassungsfähig. In der Natur kommen die Tiere in den verschiedensten Gewässerarten vor (Klarwasser, Schwarzwasser, Weißwasser). Einige Quellen berichten auch, dass die Tiere in relativ verschmutzten Gewässern vorkommen. Trotzdem sollte nicht zuletzt wegen der Mitbewohner im Aquarium auf regelmässige Wasserwechsel geachtet werden. Wie viele Welsarten bewegt sich der Megalechis thoracata auch in der Natur in Gruppen, obwohl es keine echten Schwarmfische sind. Die Gruppen können größenmäßig sehr stark variieren. Im Aquarium sollten die Tiere auf jeden Fall auch in Gruppen gehalten werden. 

Wichtiger als die Wasserwerte erscheinen mir die Beckengestaltung und die Fütterung. Da die Tiere ihre Schaumnester teils sehr aggressiv verteidigen, sollte das Becken über ausreichend Größe, Struktur und Bepflanzung verfügen, um anderen Aquarienbewohnern Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Dunklere Bereiche (durch Wurzeln oder Pflanzen) werden gern angenommen. Intakte Pflanzen fressen sie nicht, allerdings kann alleine bei der Verteidigung eines Schaumnests oder bei der Futtersuche schon mal eine Pflanze ausgegraben werden.

Angeblich sind es dämmerungsaktive bzw. nachtaktive Tiere. Meine Tiere scheinen aber schon so "eingedeutscht" zu sein, dass sie auch bei kompletter Beleuchtung sehr aktiv im Becken unterwegs sind. Auch fressen sie bereits bei der Fütterung der anderen Bewohner kräftig mit, erhalten aber meist nach Abschaltung des Lichts nochmal eine kleine Sonderration. Generell sind es schon alleine aufgrund der Größe sehr gut Esser. Obwohl sie fast wie Staubsauger auch kleinste Mengen vom Boden aufnehmen, biete ich den Tieren auch regelmässig größere Futterstücke, besonders aus dem Lebendfutterbereich an. Dies mache ich nicht zuletzt weil mir beim Kauf gesagt wurde, dass die Megalechis thoracata sich sonst evtl. an geschwächten oder kranken, kleineren Fischen wie Salmlern oder Fischbabys vergreifen könnten. Bisher verläuft diese Methode sehr erfolgreich und ich kann mich nicht über mangelnde Babys der anderen Aquarienbewohner beklagen.

 

Geschlechterunterscheidung und Zucht:

Ausgewachsene Männchen erkennt man sehr gut an dem breiten und auffällig braun abgesetzten ersten Brustflossenstrahl. Während der Laichzeit verfügen sie außerdem über eine bläulich gefärbte Bauchregion.

Zur Vorbereitung vor einem Zuchtversuch füttere ich die Tiere vermehrt mit Lebendfutter. Zur Verdunkelung und Stabilisierung des Schaumnestes bringe ich Schwimmpflanzen wie Ricchia Moos (Teichlebermoos) oder Muschelblumen ins Aquarium ein (wenn nicht schon vorhanden). Außerdem achte ich darauf, dass die Strömung nicht zu stark ist. Hierzu könnte man entweder die Leistung des Filters verringern oder den Ausströmer in eine andere Richtung verstellen.

Meist braucht es nun nur noch einen größeren Teilwasserwechsel, der die Regenzeit simuliert und die Tiere in Laichstimmung bringt. Das Männchen baut dann an einer geeigneten Stelle sein Schaumnest, das er laufend weiter aufbaut, pflegt und gut verteidigt.  In meinem Fall legt das Männchen immer an der Unterseite einer Glasstrebe an der Frontscheibe (Juwel Trigon) ab. Hierzu reinigt er die Unterseite erst von Verunreinigungen und vertreibt auch evtl. vorhandene Schnecken. Dann baut er nach und nach sein Schaumnest auf. Nebenbei balzt er sein favorisiertes Weibchen an und bemüht sich, dieses in Laichstimmung zu bringen. Hat er das Weibchen soweit, schwimmen beide unter sein Schaumnest und balzen weiter, bis das Weibchen mit der Eiablage unten an die Glasstrebe beginnt. Dort werden sie vom Männchen befruchtet. Wie viele Eier es sind, konnte ich leider noch nicht genauer ermitteln, denn bisher hatte jedes Paar sehr unterschiedliche Gelegegrößen.

Meist zieht sich das Weibchen nun wieder zurück und das Männchen verteidigt das Schaumnest teils sehr aggressiv vor Fressfeinden. Die Jungtiere schlüpfen bereits nach wenigen Tagen (bei mir zwischen 3 und 5). Nun überführe ich einen Großteil der Larven sofort nach dem Schlupf in einen "Gerdkasten", den ich im selben Aquarium befestige. Einige Babys verbleiben beim stolzen Papa und werden noch einige Tage von ihm verteidigt. Je nach Bepflanzung und Fressfeinden kommt aber auch hier ein guter Prozentsatz durch. Die Kleinen verfügen über einen Dottersack und werden daher erst nach 2 Tagen zum ersten Mal gefüttert. Die Babys sind wie ihre Eltern gute Esser und wachsen schnell. Daher gestaltet sich die Aufzucht sehr einfach und es ist wunderschön, den kleinen Rackern beim Aufwachsen zuzusehen.

 

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